Wie trailer ich mein Motorboot? - Bootstrailer-Check

Bootstrailer-Check vor der Abfahrt

Bevor Sie Ihr Boot auf öffentlichen Verkehrswegen trailern, stellen Sie die Straßenverkehrssicherheit des Anhängers fest. Prüfen Sie vor Abfahrt immer, ob Bremsen und Lichtanlage in Ordnung sind, der Trailer-Zurrgurt zum Slippen einwandfrei funktioniert und ob alle Schrauben am Trailer festsitzen. Sowohl Bremsen wie auch Radlager werden durch das Slippen in Anspruch genommen und müssen daher stets gepflegt und gewartet werden. Eine regelmäßige Wartung wird erwartet, wenn Sie zu einem späteren Zeitpunkt das Motorboot wieder verkaufen. Sollten Sie den Trailer in Salzwasser slippen, dann spülen Sie die Bremsanlage direkt im Anschluss mit Süßwasser, da sonst Korrosion und Rost drohen. Auch die Radlager sollten überprüft, gegebenenfalls gereinigt und eingefettet werden.

Erstellen Sie eine Checkliste, um sicherzustellen, dass nichts übersehen wurde.

Prüfen Sie dabei folgende Punkte vor einer Fahrt mit dem Bootstrailer:

- Haben Trailer, Boot und Zugfahrzeug noch ausreichend TÜV?
- Papiere auf Vollständigkeit überprüfen: Führerschein und Fahrzeugpapiere (für Zugfahrzeug,
  Sportboot und Anhänger), grüne Versicherungskarten bei Auslandsfahrten
- Eine mitgeführte Wiegekarte, welche die Achslasten und das Gesamtgewicht auflistet, ist gegebenenfalls bei Kontrollen nützlich.
- Ist die Stützlast nach Beladen auf den Maximalwert eingestellt?
- Abdeckung für den Propeller dabei?
- Reifendruck prüfen (bei kaltem Zustand)
- Folgende Bereiche auf Mängel kontrollieren: Bremsen, Reifen, Lichtanlage, Anhängerkupplung, Abreißseil, Verzurrung von Persenning und Boot, sämtliche       
  Schrauben, Stützrad (Bugrad) des Trailers
- Arbeitshandschuhe griffbereit im Fahrzeug? Diese werden sich als sehr nützlich erweisen.

Wichtige Bestimmungen, wenn Sie einen Trailer für ein Motorboot kaufen

Für den Transport von Fahrzeugen mit einem Anhänger auf deutschen Verkehrswegen gelten Bestimmungen, die Sie in Betracht ziehen sollten, wenn Sie ein Motorboot kaufen. Da Boote generell breiter als der Trailer sind, achten Sie auf die Ausmaße. Erst ab einer Breite von 2,55 m sind Sondergenehmigungen erforderlich. Diese sind bis zu drei Metern Breite relativ problemlos erhältlich. Beim Trailern mit einem PKW macht der Gesetzgeber weitere Vorgaben. Allgemein darf ein PKW nur kleine Motorboote ziehen, die eine maximale Länge zwischen sieben und acht Metern haben. Es gibt Ausnahmefälle von längeren Segel- oder Motorbooten, die dann durch das Maximalgewicht von Trailer und Transportgut von insgesamt 3,5 Tonnen begrenzt werden.

In der Höhe darf der Trailer samt Motor- oder Sportboot vier Meter nicht überschreiten. Die maximal erlaubte Länge des gesamten Transports beträgt 18 Meter. Ebenso spielen das zulässige Gesamtgewicht und die Stützlast eine Rolle, die in den jeweiligen Fahrzeugpapieren ersichtlich sind. Hierbei gilt die Stützlast des Zugfahrzeuges, auch wenn die des Trailers höher liegt. Bei einem Gesamtgewicht zwischen 750 Kilogramm und 3,5 Tonnen ist der Trailer mit Auflaufbremsen ausgestattet, bei denen es sich meist um Trommelbremsen handelt. Das Bremssystem muss eine Rückfahrautomatik besitzen.

Beladen und Lichtanlage

Generell erfolgt das Be- oder Entladen von Bootstrailern entweder mithilfe eines Kranes oder durch das sogenannte Slippen. Hierbei wird der Trailer rückwärts über eine Rampe bis an oder sogar ins Wasser gefahren. Das vollständige Eintauchen des Trailers ist nicht immer zu vermeiden. Das Boot muss dann in einer geraden Linie bewegt werden, um Schäden zu vermeiden. Die Kielrollen sollten das Hauptgewicht des Bootes tragen und müssen dementsprechend eingestellt sein. Seitenauflagen, die das Slippen erleichtern, haben eher stützende als tragende Funktion. Das Boot muss korrekt und fest mit dem Trailer verzurrt werden und gegebenenfalls mit einer roten Markierung oder einem Warnlicht versehen werden, wenn es mehr als einen Meter über das Ende hinausragt.

Der Bootstrailer muss mit Rück- und Bremsleuchten, Blinkern und Nebelschlussleuchte und zusätzlich mit einem Paar Rückstrahlern ausgestattet sein. Ab einer Breite von 2,10 Metern werden auch Umrissleuchten angebracht. Dreieck-Rückstrahler sind ab einer Länge von über sechs Metern erforderlich. Unter Umständen müssen auch Seitenmarkierungsleuchten montiert werden. Sollten Sie das Motorboot verkaufen, dann sind diese Informationen für Käufer interessant.

Was beim Trailern noch zu beachten ist!

  • Um ein Schlingern des Anhängers zu verhindern, sollte die maximale Stützlast ausgeschöpft werden. Generell beträgt die Stützlast zwischen 50 und 100 Kilogramm. Man kann diese leicht feststellen, indem man die Trailer-Kupplung in abgekoppeltem Zustand mit einem Kantholz auf einer Waage ausrichtet.
  • Ein Gespann besteht aus dem Zugfahrzeug und dem Trailer. Dabei ist zu berücksichtigen, dass der Bremsweg sich bei Anhängern ohne eigene Bremsvorrichtung vergrößert. So verlängert zum Beispiel ein Trailer mit 700 Kilogramm Eigengewicht den Bremsweg um sieben Meter. Es wird daher empfohlen während des Trailerns äußerst vorausschauend zu fahren, plötzliche Bremsungen zu vermeiden und zumindest einen halben Tacho Abstand zum nächsten Fahrzeug zu halten.
  • Beachten Sie die Geschwindigkeitsbegrenzungen! In Deutschland beträgt die erlaubte Höchstgeschwindigkeit mit einem Anhänger 80 Stundenkilometer. Im benachbarten Frankreich sind 130 Stundenkilometer erlaubt. Mit einer Sondergenehmigung dürfen einige moderne Gespanne auch auf deutschen Straßen mit 100 Stundenkilometern unterwegs sein.